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lächelnde frau

Coaching-Tipp: Warum Zuhören oft schwerer als Reden ist – und wie Sie es lernen

Wir alle tun es jeden Tag. Oder glauben es zumindest. Wir hören Kolleg:innen, Kund:innen, Partner:innen, Freund:innen zu – aber oft sind wir in Gedanken schon zwei Schritte weiter.
Wir überlegen, was wir antworten könnten. Wie wir helfen könnten. Oder wir denken insgeheim: „Das habe ich schon hundertmal gehört.“

Doch echtes Zuhören ist eine Kunst. Eine Haltung. Und in einer Welt voller Ablenkungen und Selbstoptimierung ist es vielleicht die unterschätzteste Superkraft.


Warum Zuhören so schwer fällt

Auch wenn wir uns für empathisch halten, geraten wir im Gespräch oft in folgende typische Muster:

1. Wir hören, um zu antworten – nicht, um zu verstehen.

Oft denken wir beim Zuhören schon an unser Gegenargument, an unsere Geschichte oder an den nächsten klugen Tipp. Der Hintergrund kann sogar ein recht ehrenwerter sein: Wir wollen helfen – aber das führt dazu, dass wir die andere Person gar nicht wirklich erreichen.

2. Wir filtern durch unsere eigene Geschichte.

Unsere Erfahrungen, Werte und Glaubenssätze beeinflussen, was wir „hören“. Bedeutet, wir hören gar nicht wirklich zu sondern wir interpretieren – bevor wir verstehen.

3. Wir halten Stille nicht aus.

Schweigen im Gespräch fühlt sich für viele Menschen irgendwie unangenehm an. Doch oftmals sind wir einfach viel zu schnell in den Reaktionen und nicht selten beginnt echtes Verstehen erst nach dem ersten Impuls.

4. Wir verwechseln Aufmerksamkeit mit Anwesenheit.

Vielleicht haben Sie gelernt, dass Augenkontakt wichtig ist. Aber nur weil wir jemandem in die Augen sehen, heißt das nicht, dass wir wirklich da sind. Wahres Zuhören braucht mehr: Präsenz – mental und emotional.


Was echtes Zuhören wirklich bedeutet

Echtes Zuhören ist ganz klar mehr als stilles Abwarten, bis man wieder selbst dran ist. Es bedeutet:

  • Mit leerem Geist zuhören: Ich bin beim anderen und höre zu ohne sofort zu bewerten, zu analysieren oder zu interpretieren.

  • Mit dem Herzen zuhören: Auch wenn es sich vielleicht speziell anhören mag. Zuhören kann ich auf Sacheben und/oder auf der emotionalen bzw. persönlichen Ebene. Also achten Sie auch auf Emotionen. Hierbei hilft die Körperprache oder die Zwischentöne.

  • Mit dem Körper zuhören: Signalisieren Sie Präsenz und Aufmerksamkeit durch Haltung, Mimik, ruhige Atmung. Aber faken Sie dies nicht nur, üben Sie diese ganz aufrichtig – nur dann macht es Sinn.

Meine persönliche Erfahrung ist immer wieder beeindruckend: Ein Mensch, der sich wirklich gehört fühlt, muss nicht überzeugt werden. Er entspannt sich. Versteht sich oft selbst besser.
Das ist das eigentliche Geschenk des Zuhörens.

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